Gartenanlagen

Zum Überblick der Lageplan. Es wurden auch später noch Grundstücke hinzugekauft. Leider gibt es keine Notarurkunden dazu. 1982 musste ich aufgrund der Erbschaftsteuern ein Großteil des Grundstücks wieder verkaufen.

lageplan
Liste
Altes Tor
Das Grundstück war durch einen stabilen, geteerten Zaun umgrenzt. Der Zaun wurde 1895 errichtet (Brief von Oskars Mutter). Der Zugang zur Villa erfolgte durch ein Tor (Bergauffahrt / Am Südhang). Von dem Tor ging ein geschwungener Weg zur Villa hoch. Heute ist alles zugewachsen. Wann und warum dieser Weg zur heutigen Auffahrt verändert wurde ist unklar.

Das Grundstück selbst wurde durch kleine Bauten zu einer Gartenanlage verschönt. Wege wurden angelegt, Spritzbrunnen gebaut und diverse Gebäude angelegt. Die Gebäude hatten aber keine praktische Bedeutung - außer das Gemüt zu erfreuen.

Der Pavillon liegt auf einem Hügel und hatte damals freie Sicht auf das Krumbachtal von Raigering bis Amberg. Ein Bauplan gibt es nicht, anscheinend war ein Bauantrag nicht notwendig. Ich nehme aber an, dass der Turm mit Brücken zusammen mit dem Pavillon zusammen 1901 gebaut wurden. Neben dem Pavillon befand sich der Wasserspeicher für das Haus. Nach den Erzählungen hat man im Pavillon gerne Tee getrunken, der dann von den Dienstmädchen vom Haus hergetragen wurde.
Mein Vater hat noch von den Schwierigkeiten mit der Raigeringer Dorfjugend erzählt. Die Glasscheiben des Pavillons sind häufig eingeworfen worden und die hölzernen Treppenstufen wurden zum Heizen abmontiert. Später haben sich dann häufig Liebespäarchen rumgetrieben. Jedenfalls war die Pflege des Pavillons ein laufendes Ärgernis.
Der Pavillon war mit Schiefer gedeckt. Die Spitze war mit einer Kupferhaube gedeckt, auf der die Fähnchen auf dem Mast aufgesetzt. Die Fähnchen waren auch aus Kupfer. Die Holzverzierungen aussen am Umlauf wurden einfach durch ausgesägte Holzbretter erzeugt. Innen waren die Wände bemalt. An den Fenstern (die Gläser waren zu meiner Jugend bereits herausgeschlagen) war unten am Fensterbrett  eine Schublade. Ich nehme an da wurde das Schwitzwasser von den Fenstern gesammelt. Am Boden waren Fliesen.
Zu meiner Jugend (1970) stand er noch, aber bereits vollkommen eingewachsen, heute stehen nur noch die Mauern.

Anlage 1903


etwa 1900, der kniende Mann könnte Architekt Müller sein, der auch als Plananfertiger

des Turms auf dem Bauplan genannt ist
pavillon 1900

1913 mit Oskar
pavillion ca1920


1970 (vorne eine Belüftung, des darunter liegenden Wasserspeichers)
pavillon ca1970


1970 von oben vom Turm aus fotografiert (das war 1970 bereits eine Mutprobe und streng verboten)
pavillon ca1970 oben resize

Vom Pavillon konnte man gut rodeln, da der ganze Hang unbewachsen war - heute sieht die Sache völlig anders aus und im Hintergrund des Fotos befindet sich ebenfalls Wald! Ein vergleichbares Foto ist wegen dem Wald nicht möglich (das schwarze Waldstück am Horizont deckt sich bei beiden Fotos)

Blick Raigering 1913
Blick Raigering 2003

An dem Pavillon grenzten eine gerade und eine gebogene Brücke. Am Ende der gebogenen Brücke stand ein Stahl-Turm (L 4 m x B 4m x H 20,6m). Laut dem Bauantrag wurde der Turm 1901 gebaut.
In der Mitte ist die Statik: Eisenkonstruktion 4000kg, Böden 1000kg, Draht 100kg.
Pananfertiger: Müller Bauantrag Turm 1 1901
Bauantrag Turm 2 1901
Bauantrag Turm 3 1901

Meine Mutter erinnert sich der Turm wäre ein Geschenk der Arbeiter aus der Firma gewesen. Als Bauherr ist aber Georg Baumann angegeben, also vielleicht doch eher Fabel! Oben auf dem Turm war eine Schüssel. Angeblich wurde diese Schüssel zu Sylvester mit Petroleum gefüllt und gezündet. 2000 haben wir uns entschlossen den Turm abzureißen, da immer wieder Kinder hochgeklettert sind und der Turm wirklich absolut baufällig war.
1904 Vor dem Turm war noch eine HolzbrückeTurm 1904

1913 unbewaldet, jetzt mit MetallbrückeBlick auf Turm 1913

2004 in Rot die frühere Position des Turm - ungefähr gleiche Fotoposition wie linksBlick auf Turm 2004

der Turm 1970Turm 1970

der Abriß in 2000, da Kinder trotz Verbotsschilder immer wieder hochgeklettert
sind. Wir hatten große Sorgen, daß jemad abstürzt. Die Bäume hatten in 2000
bereits die Turmspitze erreicht! Turm4

Schon zu meiner Jugendzeit bestand das Hexenhäuschen nicht mehr. 1955 war ein Baum war drauf gefallen. Aus der Gaube in der Mitte des Dachs schaute eine Hexe heraus. Das Häuschen hatte bunte Fenster und war den Kindern etwas unheimlich.Hexenhaus 1915


Eulenburg. Auf dem Foto von 1908 ist Georg und Erny und vermutlich die Eltern von Erny. Das Gebäude stand frei ohne Bäume und man konnte von dort in das Raigeringer-Tal sehen. Innen ging eine kleine Eisentreppe nach oben. Unten sind zwei kleine runde Öffnungen die mit Stäben vergittert sind - dadurch entsteht der Eindruck einer Burg.

Auf dem Weg vom Haus in den Stadtwald befand sich eine Grotte. Mein Vater pflegte diesen Weg noch, indem er mit einem Gutbrod Handschlepper mit Bürste den Weg von Bewachsungen wieder befreite. Vor der Grotte war ein Springbrunnen, man sieht noch ganz gut das Wasserleitungsrohr, damals kam ein kleiner Springbrunnen heraus. (Foto 1908 und 1970).Grotte 1908
grotte1970

Das Schweizer Häuschen war das erste Gebäude am Grundstück. Es ist bereits auf dem Bauplan der Villa eingezeichnet. Mein Vater hat erzählt, dass sich dort die Gebrüder am Wochenende getroffen und gefeiert haben. Das Schweizer Häuschen steht direkt hinter der Villa. Das früheste Foto das ich finden kann ist von 1930. Gefeiert wird heute noch:schweizer-1930
schweizer2-2004
Schweizer 2003

Das Schwimmbad befand sich hinter unserem heutigen Haus. Die Serie ist von 1911. Georg ist mit Erny beim Schwimmen. Die Frauen tragen eine Art Badekleid mit Badekappe. Die Fundamente des Holzhauses sind noch im Boden zu sehen.Ich habe das Bad nicht mehr im Einsatz gesehen. Allerdings erinnere ich mich an eine verzinkte Sitz- und Schaukelbadewanne, die im Becken stand. Die Sitzbadewanne konnte man nach vorn und hinten schaukeln und dabei wurde man vom Wasser überströmt.
Links ist ein Foto von 1940 Erna Bock, Elisabeth, Oskar, .Lotte, Werner BaumannSchwimmbad 1911 1
Schwimmbad 1911 2
Schwimmbad 1940
2004
Schwimmbad 2004
Gaertnerhaus 2004

Das Gärtnerhäusl diente schon immer den Gerätschaften des Gärtners. Am unterem Foto ist der Opa Koye zu sehen vor der großen Tür - gut erkennbar an den Stufen. Allerdings finde ich keinerlei früheren fotografischen Belege oder anderen amtlichen Unterlagen. Es gibt Fotos (1915) auf denen die Kinder großes Gemüse an einer Stange aufgehängt herumtragen. Das spricht dafür, dass Gärtner angestellt waren.Gaertnerhaus 1914

Das Gewächshaus (L 12,5m x B 5m x H 5m) war ein Hobby von Oskar Baumann. Das Gewächshaus stand ursprünglich bei der Wintervilla in der Stadt.

1926 hat Oskar Baumann den Abbau und Wiederaufbau des Gewächshauses im Grundstück der Sommervilla beantragt. Das Gewächshaus wurde dann direkt hinter unserem heutigen Wohnhaus wieder aufgebaut. Wahrscheinlich erfolgt der endgültige Abbruch dann beim Bau unseres heutigen Hauses um 1950. Man sieht noch in der Wiese die Fundamente.Umbau Gewaechshaus 1926

Oskar Baumann hat darin Unmengen an Kakteen gezüchtet. Einige Kakteen waren 1982 noch vorhanden, unerklärlicherweise sind sie verschwunden. Meine Mutter erzählt, dass er dort viele Versuche durchführte - beispielsweise ob ein Kaktus überlebt wenn man ihn falsch rum einpflanzt! Im Bild ist die Königin der Nacht (Phyllokaktus), die mit 30 Blüten gleichzeitig im Mai 1930 blühte. Den Kaktus habe ich noch von Elisabeth übernommen. Er ging dann bei unserem Umbau 1985 unter. Blüht wunderbar (leider nur eine Nacht!) - der Rest des Jahres ist sie eine unattraktive Pflanze... Im zweiten Foto steht Oskar im Frack im Gewächshaus und hantiert mit Zange und Draht (1932).Gewaechshaus ca1935
Gewaechshaus1930
1932 Oskar B. Gewachshaus

An der heutigen Auffahrt befindet sich ein Wirtschaftsgebäude (L 10,2m x B 6,6m x H 6,2 m), genannt Stall, heute in Garagen umgebaut. (Bauantrag vom 25.7.1923, Bauvollendung 10.8.1923). Der Bau fällt in die Inflation: Die Baugenehmigung vom 25.7.1923 kostet noch 50.000 DM. Die Brandgenehmigung vom 21.9.1923 kostet bereits 5.35 Millionen DM - überwiesen per Posteinlieferungschein. Die Bauvollendungsanzeige vom 8.10.1923 kostet schließlich 10 Miliionen DM. Also allein die Genehmigungen bringen es auf Schlappe 15.400.000 DM. Also da kann sich doch heute niemand beschweren!!


Überhaupt ist der Bauantrag und Genehmigung etwas kurios ! “die unschöne Bauart” deutet daraufhin, dass 1923 die Villa als unschön empfunden wurde - während wir heute der damaligen Form nachtrauern:
Genehmigung-detail 1923 stall

Mein Vater hat dann 1948 einen “Schuppen für landwirtschaftliche Geräte
(L 11m x B 5,3m x H 5,4m) gebaut. (Baugenehmigung 19.2.1948, Fertigstellung 1.7.49, Abnahme 6.10.1950). Interessant ist die Frage der “Baustoffzuteilung” im Baugesuch - offensichtlich war es damals notwendig die Versorgung der Baustoffe zuzusichern. Hans Kammerer, die Baufirma, hat am 2.2.1948 dem Bauamt das Vorhandensein der Baustoffe bestätigt. Der untere Teil der Garage ist mit Ziegeln gebaut. Diese Ziegel sind leicht gerundet, da sie aus einem abgebrochenen Kamin der Firma kommen.Bauplan Stall 1923

Die Planung stimmt nicht ganz mit der heutigen Form überein. Immerhin damals schon “Wagenremise”, das spricht dafür dass damals ein Auto existierte. Der Kamin war als Belüftung für den Kuhstall gedacht. Vielleicht hat man wegen der Inflation eine kleine Landwirtschaft betreiben wollen.

Alte Fotos gibt es nicht. Kurz nach dem 2.Weltkrieg, als die Eltern nicht in die Firma durften, wurden in dem Stall Hühner und zwei Kühe gehalten. Das Gebäude hat einen Kamin, meiner Erinnerung befand sich vorne in der rechten Tür ein Waschtrog, vielleicht wurde das Gebäude auch zum Waschen benutzt.Stall

Bauplan Garage 1948

Heute sind darin der Öltank der unteren Wohnung, sowie 2 Garagen untergebracht.Garage 2004

Der Acker hinterm Tor an der Bergauffahrt war früher Teil des Grundstücks. Er wurde etwa 1990 von Susi an die Stadt verkauft. Der Acker von einem Bauern bewirtschaftet.
Im Fotoalbum von 1957 steht dazu: “Auf dem Acker hinterm Tor müssen Kartoffeln angebaut werden; 1957 ernte acker1
oben auch Susi und Ine helfen mit legen;

unten Landwirt Schnieder erntet mit Kolonne. Die Leutefrage ist ein Problem.”

Scroll to Top